In Kooperation von

Philipps-Universität Marburg Justus-Liebig-Universität Gießen

„Sensibilisierende Prävention durch Partizipation“

Die Speak! Studien zum Thema „Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher“[1] kamen u.a. zu dem zentralen Ergebnis, dass jugendliche Gleichaltrige (Peers) einen großen Risikofaktor für sexualisierte Gewalt im Jugendalter darstellen. Auf der Basis dieser Befundlage wurde ein Präventionsprogramm als kooperatives Projekt zwischen dem Hessischen Kultusministerium (HKM), der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg entwickelt und durchgeführt, das auf die Haltungen aller schulischen Akteur/innen – von Lehrkräften, weiterem pädagogischen Personal wie auch Schüler/innen (ab der Jahrgangsstufe 8 bzw. ab dem 14. Lebensjahr) – zielt und insbesondere für das Thema sensibilisieren sollte. Die Ergebnisse von SePP werden Ende des Jahres 2019/Anfang 2020 erwartet.

Wesentlich war dem Präventionsprojekt ein partizipativer Ansatz, der eine Vielzahl schulischer Akteur/innen aktiv einbezog. Konkret bedeutete dies, die Perspektiven von Schüler/innen und Pädagog/innen im Rahmen von Gruppendiskussionen, der Pre- und Post-Befragung und über den Prozess der Entwicklung von Workshop-Programmen zu berücksichtigen.

Zentral für das Vorgehen von SePP war dabei, die Schulen darin zu unterstützen, Erfahrungsräume zu schaffen, die dem Wunsch der adoleszenten Schüler/innen nach Freiraum und Eigengestaltung nachkommen und zugleich Schutz und Sicherheit gewährleisten.

Die Ziele von SePP:

1)      Sowohl kurz- als auch langfristig sollen Jugendliche vor Viktimisierung und Täterschaft geschützt werden.

2)      Langfristig sollen alle Beteiligten – Schüler/innen wie Lehrkräfte – zu den Themengebieten der sexualisierten Gewalt, dem sensiblen Umgang mit Sprache, der Vermittlung von Rechten, Handlungskompetenzen und Wissen über sexualisierte Gewalt, der Wahrnehmung von Grenzen, sexuelle Bildung und eine Sensibilisierung für Geschlecht und Kultur, sensibilisiert werden.

3)      Außerdem sollen im Bildungs- und Sozialisationsraum Schule Angebote entwickelt werden, die auf Verstehen und Reflektieren basieren und die allen schulischen Akteur/innen Orientierung bieten. Im Vordergrund stand die Initiierung von Bildungsprozessen zur Förderung einer „präventiven Haltung“.

 

 

 

 

Literatur

Maschke, S. & Stecher, L. (2017). „Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher“,  Öffentlicher Kurzbericht. https://kultusministerium.hessen.de/sites/default/files/media/hkm/kurzbericht_speak_2017-05-22.pdf [letzter Zugriff: 18/8/2019].

Maschke, S., & Stecher, L. (2018). Sexuelle Gewalt: Die Erfahrungen Jugendlicher heute. Weinheim, Basel: Beltz.

Maschke, S., Stecher, L. (2018b). Speak! „Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher“ – Ergänzungsstudie Förderschule. Öffentlicher Kurzbericht. Wiesbaden. Zugriff unter: http://www.speak-studie.de/Kurzbericht%20Speak_F%C3%B6rderschule_2018-04-12.pdf. Zugegriffen: 22/8/2018.

Maschke, S., Stecher, L. (2018c). "Müssen und dürfen wir Jugendliche so etwas fragen?": Ergebnisse und Erfahrungen aus der repräsentativen Studie "Speak!" zu sexualisierter Gewalt. Zeitschrift für Pädagogik, 64(2), 81-94.

Maschke, S., Stecher, L. (2018d). Prävalenz sexualisierter Gewalt durch Gleichaltrige in der Jugend. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 38(2), 118-135.



[1] Vgl. dazu ausführlich Maschke & Stecher 2017, 2018, 2018b, 2018c, 2018d

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